Aktuelles und Wichtiges

von Volker Grote Westrick

Digitale Grundversorgung in Alten- und Pflegeheimen sicherstellen

Stellungnahme der BAGSO zum Digitaltag 2020

 

Alle Menschen in Alten- und Pflegeeinrichtungen müssen noch in diesem Jahr die Möglichkeit der digitalen Teilhabe erhalten. Das fordert die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen anlässlich des ersten bundesweiten Digitaltags am 19. Juni in einer Stellungnahme.

Bislang steht den Bewohnerinnen und Bewohnern in den meisten der etwa 12.000 Alten- und Pflegeheime kein WLAN zur Verfügung. Ihnen fehlt damit bereits eine zentrale Voraussetzung für digitale Kommunikation.

„Aus der Corona-Krise lernen heißt, dass die digitale Grundversorgung endlich auch in Alten- und Pflegeheimen sichergestellt werden muss“, sagte die stellvertretende BAGSO Vorsitzende Dr. Regina Görner. „Digitale Kontakte können persönliche Begegnungen nicht ersetzen, sie sind aber eine wichtige Ergänzung. Einem beachtlichen Teil der Bewohnerinnen und Bewohner und ihren Angehörigen erlauben sie einen regelmäßigen Kontakt, nicht zuletzt auch wenn sie weit entfernt leben.“

Fünf Schritte sind aus Sicht der BAGSO notwendig, um Menschen in Pflegeeinrichtungen den Zugang zu digitaler Kommunikation zu ermöglichen. So ist jedes Alten- und Pflegeheim bis Ende 2020 mit WLAN für die Bewohnerinnen und Bewohner auszustatten, ebenso mit den notwendigen Geräten wie Tablets und Smartphones. Um Menschen ohne Vorkenntnisse die digitale Kommunikation zu erleichtern, sollten in Zukunft alle Geräte mit einer einheitlichen, selbsterklärenden Software ausgestattet sein. Zudem werden Helferinnen und Helfer für das Erlernen des Umgangs gebraucht.

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von Volker Grote Westrick

LSV: Die Grundrente nicht verschieben

„Die Grundrente ist eine Wertschätzung der Arbeitsleistung von Menschen, die im Berufsleben nur gering verdient haben“. Für Jürgen Jentsch, den Vorsitzenden der Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen (LSV NRW), heißt das im Klartext: "Wir hoffen, dass mit ihrer Einführung dem bedrückenden Problem wachsender Altersarmut etwas entgegengesetzt werden kann“. Die Diskussionen um diese im Februar von der Bundesregierung beschlossene, allerdings bisher nicht von Bundestag und Bundesrat verabschiedete Leistung laufen noch immer, wie nicht allein gerade eine Expertenanhörung im Sozialausschuss des Bundestags gezeigt hat. „Wer sein Leben lang gearbeitet, aber nur unterdurchschnittlich dafür entlohnt worden ist, darf nicht auf eine Rente auf Hartz-IV-Niveau angewiesen sein. Genau das soll die Grundrente sicherstellen“, so Jentsch. Dass die bisher ausgehandelten Bedingungen für den Anspruch auf diese ergänzenden Rentenzahlungen ein Kompromiss seien und letztlich nur als ein erster Schritt in die richtige Richtung gewertet werden könnten, hebt die LSV hervor, aber: „Sie erkennt immerhin Lebensleistungen an und sorgt für ein Stück mehr Würde, denn Altersarmut bedeutet sehr häufig Ausgrenzung und Einsamkeit“, weiß Jürgen Jentsch. „Sich jetzt auf die finanziellen Belastungen durch die Corona-Krise zurückziehen und den Start der Grundrente verschieben zu wollen, das darf nicht passieren, denn viele Rentnerinnen und Rentner haben sich auf die Ankündigungen der Politik zum Inkrafttreten am 1. Januar 2021 verlassen“. Dass die Frage einer Grundrente allerdings nur ein Stein in der Verbesserung für einen gesicherten Lebensabend aller Menschen sein kann, will die Landesseniorenvertretung dabei nicht außer Acht lassen: „In diesen zugegeben schwierigen Zeiten der Pandemie allerdings über eine Kürzung der Rentenanpassung zu diskutieren, ist für uns unverständlich und macht uns – auch im Blick auf die Renten der kommenden Generation -  durchaus wütend“, stellt der LSV-Vorsitzende deutlich klar. Viele politisch gewollte Einschnitte der vergangenen Jahre hätten den Wert der Rente sinken, die Zahl der im Alter unter der Armutsgrenze lebenden Menschen steigen lassen. „Eine Überarbeitung des gesetzlichen Rentensystems wird eine wichtige Zukunftsaufgabe sein, die die Interessen aller Generationen berücksichtigen muss“, appelliert Jürgen Jentsch an die Politik.
 
 
Jürgen Jentsch Vorsitzender der Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen

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von Volker Grote Westrick

Man hat uns vergessen

Die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen appellieren dringend an Bund und Länder, ihren Beschluss vom 15. April 2020 so schnell wie möglich umzusetzen und die soziale Isolation von Menschen in Pflegeeinrichtungen zu beenden. Die seit sechs Wochen geltenden Besuchs- und Ausgehverbote sind mit Abstand der schwerste Eingriff in die Grundrechte in der aktuellen Corona-Situation. Die verzweifelte Lage der Betroffenen fasst ein 92-Jähriger in die Worte: „Man hat uns vergessen.“

„Die Zeit drängt. Viele Menschen in Pflegeeinrichtungen leiden massiv unter der erzwungenen Einsamkeit“, sagt der BAGSO-Vorsitzende Franz Müntefering.

In einer Stellungnahme, die auch den verantwortlichen Politikerinnen und Politikern übermittelt wurde, benennt die BAGSO die zehn dringendsten Maßnahmen. So muss ein gewisses Maß an persönlichen Kontakten nicht nur zu den Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern, sondern auch zu den nächsten Angehörigen gewährleistet werden. In der Phase des Sterbens muss eine Begleitung durch Angehörige in allen Pflegeeinrichtungen möglich sein.

Stellungnahme "Soziale Isolation von Menschen in Pflegeeinrichtungen beenden!"

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von Volker Grote Westrick

Pressemitteilung

Nur gemeinsam ist die Krise zu bewältigen
"Uns als Vertretung der älteren Menschen in Nordrhein-Westfalen bereitet die augenblickliche Art der
öffentlichen Kommunikation rund um das Thema ,Corona-Virus' erhebliche Bauchschmerzen". Jürgen
Jentsch, Vorsitzender der Landesseniorenvertretung (LSV NRW), spricht von "Altersdiskriminierung",
gar von einer möglichen "Spaltung der Gesellschaft", denn "das Lebensalter als alleiniges Kriterium
für bestimmte Maßnahmen zu nehmen ist nicht angemessen“.
Die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie hat in einer Stellungnahme darauf hingewiesen,
wie wichtig es sei, in der aktuellen Krise, sowohl in der Politik als auch in den Medien, eine
vorsichtige und überlegte Wortwahl zu treffen". Es muss deutlich werden, dass Menschen nicht aufgrund
ihres Alters als schwach oder gar ohne Handlungsspielraum dargestellt werden", sagt Jentsch
und plädiert für eine generationenübergreifende Solidarität. "Eine Einteilung in die Jungen, denen das
Virus angeblich nur wenig anhaben kann, und in die Alten, die krank und hoch gefährdet sind, schafft
auf Dauer eine Situation, deren Konsequenzen ich mir nicht ausmalen möchte". Nur eine gemeinsame
Krisenbewältigung könne den Zusammenhalt in der Zukunft gewährleisten.
Noch vor dem Beginn der Corona-Krise hatte die LSV NRW mit der Wahl ihres Jahresmottos 2020 -
"Alt und Jung gestaltet Zukunft gemeinsam" - genau diese Forderung nach Solidarität gestellt. "Dass
sie rasch so eine Aktualität gewinnen würde, konnte man nicht vorhersehen", wünscht sich der LSVVorsitzende
vor allem einen differenzierten Blick auf "die" älteren Menschen. "Sehr viele Frauen und
Männer jenseits der 60 sind gesund, aktiv im Beruf oder Ehrenamt; auch bei den Hochaltrigen mit
über 80 darf man keinesfalls nur an Krankheit oder Pflegebedürftigkeit denken", redet er gegen eine
Durchschnittsbetrachtung von Altersgruppen an.
Die Landesseniorenvertretung wünscht sich deshalb – neben der raschen Überwindung der Krise –
besonders einen verantwortungsvollen Umgang mit den Maßnahmen und Konsequenzen und zitiert
dafür noch einmal die Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie: "Es ist für den Zusammenhalt unserer
Gesellschaft existentiell notwendig, dass Menschen aller Altersgruppen, Nationalitäten, Glaubensrichtungen
und sozialer Hintergründe mit gleichen Rechten und Pflichten durch diese Krise begleitet
werden".
Im Übrigen müsse nach der akuten Phase der Covid-19-Bekämpfung aber auch aufgearbeitet werden,
welche Folgen sich für das – nach wie vor – noch sehr gute Gesundheitssystem in Deutschland
durch die massiven Einsparungen der vergangenen Jahre ergeben haben und wie man sie für die
Zukunft dauerhaft wieder auffangen könne, gibt Jentsch zu bedenken.
Jürgen Jentsch
Vorsitzender der Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen

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von Volker Grote Westrick

BAGSO unterstützt die Beschlüsse von Bund und Ländern

Müntefering: Alle müssen jetzt mitmachen!

Die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen begrüßt die Beschlüsse von Bund und Ländern, die geltenden coronabedingten Einschränkungen des privaten und öffentlichen Lebens in verantwortlichen Schritten zu lockern. Sie unterstreicht die Notwendigkeit, nachdrücklich daran zu arbeiten, die Gefahr von Neuinfektionen zu reduzieren und das Gesundheitswesen im nötigen Umfang voll handlungsfähig zu halten bzw. zu machen. „Die Beschlüsse überzeugen, jetzt kommt es auf die Praxis an und darauf, dass alle mitmachen“, so der BAGSO-Vorsitzende Franz Müntefering.

Es ist wichtig, dass die Politik die Notwendigkeit des Schutzes von Bewohnerinnen und Bewohnern in Pflegeheimen betont hat. Genauso wichtig ist aber auch, schnell Konzepte zu entwickeln und umzusetzen, um eine vollständige soziale Isolation dieser Menschen zu verhindern. Die BAGSO mahnt zur Eile, denn erzwungene Einsamkeit bedeutet für Menschen in Heimen nicht nur eine Einschränkung von Lebensqualität, sondern auch eine erhebliche gesundheitliche Gefährdung.

Die Politik muss den Blick aber auch auf die häuslichen Pflegesituationen richten. Das Wegbrechen von Unterstützungsangeboten wie z.B. der Tagespflege setzt pflegende Angehörige, die häufig bereits am Rande ihrer Kräfte sind, massiv zusätzlich unter Druck. Als systemrelevante Personen müssen auch sie einen Anspruch auf Schutzausrüstung und auf Notbetreuung ihrer Angehörigen haben.

Die BAGSO hält es für richtig und wichtig, dass in regelmäßigen Abständen von wenigen Wochen der Stand der Entwicklung gebündelt geklärt wird und mögliche Konsequenzen gezogen werden. „Den letzten Rest Hemmung, mit Schutzmasken durchs Leben zu gehen, besonders im ÖPNV oder beim Einkaufen, sollten wir alle ablegen“, so Franz Müntefering. „Es bleibt bei der Mitverantwortung aller für alle und Schutzmasken schützen.“

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