Aktuelles und Wichtiges

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Nach wie vor ist der Wunsch bei älteren Menschen, so lange wie möglich im eigenen Heim leben zu können, sehr groß. Um das zu erreichen, benötigen viele Menschen, gleich welchen Alters, Wohnungsanpassungen. Denn barrierefreie Wohnungen sind leider noch immer nicht selbstverständlich. Dabei spielen Lebenszufriedenheit und damit verbunden auch Wohnzufriedenheit eine zentrale Rolle, um so lange wie möglich, auch bei körperlichen Einschränkungen oder Hochaltrigkeit, eigenständig leben zu können.

Leider entsprechen viele Wohnungen den Anforderungen und Bedürfnissen der Bewohner nicht mehr oder aber die finanziellen Möglichkeiten, um entsprechenden Wohnraum zu schaffen, sind einfach nicht gegeben.

 

Um diesen Problemen zu begegnen und Abhilfe zu schaffen, lädt der Seniorenbeirat Rhede zu einem Vortrag ein, bei dem die Wohnberaterin Frau Brauckmann von der Wohnberatungsstelle des Vereins Leben im Alter e. V. (L.i.A.) als Referentin Wege und Möglichkeiten aufzeigen wird. Sie wird erklären, welche öffentlichen Zuschüsse es wofür gibt und wie man auch mit einfachen Mitteln barrierefreies Wohnen möglich machen kann.

 

Vortrag: Mittwoch, 26.10. 2022

Uhrzeit:17.00 Uhr

Wo:Kleiner Sitzungssaal im Rheder Rathaus

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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Bereits drei Mal wurde der vom Seniorenbeirat Rhede initiierte und vom Caritasverband Bocholt ausgerichtete Kurs „Qualifizierung zur Nachbarschaftshilfe“ abgehalten. Die Referentin Sandra Wölker informierte die Anwesenden zu Fragen wie „Was ist der Entlastungsbetrag“, „Wie können pflegende Angehörige entlastet werden?“ oder auch „Welche Qualifizierungen und Grundvoraussetzungen müssen erfüllt werden, um Nachbarschaftshilfe leisten und den Entlastungsbetrag von bis zu 125 Euro monatlich im Rahmen eines Minijobs erhalten zu können?“. Genau diese dafür geforderte Qualifizierung erhielten die Anwesenden in diesen je weils 5-stündigen kostenlosen Kursen.

Die thematischen Schwerpunkte sind dabei die Rolle der Nachbarschaftshilfe, die Grundhaltung gegenüber pflegebedürftigen Menschen, die Beeinträchtigungen bei Pflegebedürftigkeit, die möglichen Entlastungs- und Betreuungsleistungen, die angeboten werden können und das Ehrenamt als solches. Mit einem Zertifikat, das den Teilnehmenden zum Abschluss des Kurses ausgehändigt wurde, erhielten diese die erforderliche Qualifizierung, um Nachbarschaftshilfe für Pflegebedürftige anzubieten.

 

Was ist der Entlastungsbetrag?

Jede Person mit einem Pflegegrad hat einen Anspruch auf den Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich für

Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Dieser wird allerdings nur ausgezahlt, wenn er nachweislich

zweckgebunden verwendet wird. Neben gewerblichen Anbietern von Betreuungsleistungen können über die „Nachbarschaftshilfe“ solche Leistungen für Pflegebedürftige auch von Nachbarn, befreundeten oder bekannten Personen und im Rahmen ehrenamtlichen Engagements erbracht werden. Die Voraussetzung hierfür ist allerdings der Erwerb des Zertifikats „Qualifizierung zur Nachbarschaftshilfe“.

Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, hat der Seniorenbeirat Rhede mit dem Caritas-verband Bocholt bereits einen weiteren Kurs-Termin anberaumt: Dienstag, 11.10.2022 von 09.00 - 14.00 Uhr

im neuen Gebäude der Caritas im ehemaligen Gudula-Kloster, Schloßstraße 1 in Rhede. Die Kursteilnehmer/innen treffen sich am Haupt-portal an der großen Treppe.

Referentin: Heike Cura

Anmeldungen bitte bei Agnes Bösing per eMail an agnes.boesing@web.de oder telefonisch über 02872 1766. Da die Teilnehmerzahl be-grenzt ist, wird um eine zeitnahe Anmeldung gebeten. Der Kurs ist kostenlos.

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Zu einem Fachvortrag zu diesem Thema lädt der Seniorenbeirat Rhede Sie am Donnerstag, 20.10. 2022 um 17.00 Uhrherzlich in das DRK-Zentrum, Kettlerstraße 11, ein.

Da viele ältere Menschen möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben wollen, ihre Angehörigen aber leider oft die notwendige und zeitaufwändige Unterstützung nicht leisten können, stellt sich die Frage, wer kann da helfen? – Die Anstellung einer ausländischen Betreuungskraft erscheint vielen als einzige Lösung, um ihren Angehörigen einen langfristigen Verbleib in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.

Oft gibt es Werbeversprechen von Vermittlungsagenturen, wie z.B. „24 Stunden-rund-um-die-Uhr-Betreuung“. – Aber ist das wirklich so? Vor einer solchen Entscheidung sind gewiss noch viele Fragen zu klären: Wie wird das finanziert? – Welche Tätigkeiten kann und darf so eine Betreuungskraft übernehmen? – Welche Räumlichkeiten müssen vorhanden sein? – Welche Beschäftigungsmodelle gibt es und welche sind legal? – Auf solche und ähnliche Fragen erhalten Sie bei diesem Fachvortrag kompetente Antworten.

Die Fachfrau Ellen Tenkamp von der Verbraucherzentrale, Referentin für Recht über die Beschäftigung von ausländischen Haushalts- und Betreungskräften, wird Sie zu diesem Thema umfassend informieren.

Im Anschluss an ihren Vortrag steht sie natürlich für Ihre Fragen zur Verfügung.

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Vorschlag des Arbeitskreises (AK) Pflegeversicherung zur
Änderung der Pflegeversicherung für die Mitgliederversammlung am 16. November 2021 in Essen

Einführung und Hintergrund
Die Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen (LSV NRW) ist eine von Parteien, Verbänden, Leistungsträgern und -anbietern unabhängige Organisation. Sie vertritt die Interessen Älterer und setzt sich daher auch für die von Pflege betroffenen älteren Menschen und deren Angehörige ein, wobei sie dabei auch andere von Pflege betroffene Altersgruppen mit im Blick hat.
Seit den Anfängen der Pflegeversicherung (die am 01. Januar 1995 in Kraft trat) beteiligt sich die Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen (LSV NRW) kontinuierlich mit Stellungnahmen auf verschiedenen Ebenen, mit Anträgen aus der Mitgliederversammlung, in Redebeiträgen, in Gremien und mit Pressemitteilungen kritisch konstruktiv am Umsetzungsprozess des hart erstrittenen Gesetzes, inklusive aller bisherigen Reformen dazu.
Dieses 1995 als „fünfte Säule der Sozialversicherung“ vorgestellte Gesetz, mit dem erstmalig das Prinzip der paritätischen Finanzierung aufgehoben wurde, war dessen ungeachtet eine Errungenschaft, denn, so Rudolf Dressler (1994): „Es gab ja vorher nichts. Gar nichts!“
Auch wenn die seit 1995 geltende Pflegeversicherung vor dem Hintergrund ihrer Entstehungsgeschichte einerseits als ein positiver Ansatz zu bewerten ist, zeigen sich andererseits von Anfang an gravierende Fehlstellungen.
Vor allem wird dies in der Verfehlung eines mit der Pflegeversicherung verbundenen herausgehobenen wichtigen Ziels deutlich, nämlich Armut durch Pflegebedürftigkeit zu vermeiden: „... wer sein Leben lang gearbeitet und eine durchschnittliche Rente erworben hat, soll wegen der Kosten der Pflegebedürftigkeit nicht zum Sozialamt gehen müssen.“ (PflegeVG-E, S. 2, 2021) Fakt ist, dass aktuell durchschnittlich zwei von drei Menschen in stationären Altenpflegeeinrichtungen die Kosten dafür nicht mehr aus Renteneinkünften und den Mitteln aus der Pflegeversicherung bestreiten können und so Sozialhilfe in Anspruch nehmen müssen. Menschen geraten so als „Taschengeldempfangende“ in eine sie beschämende Lage und sind ohne echte Teilhabe am sozialen Leben. Dies widerfährt ihnen ungeachtet eines meist arbeitsreichen Lebens, sei es durch Erwerbs- oder Familienarbeit.

Notwendige Handlungsbereiche – unsere Forderungen
Deckelung des Eigenanteils
Um Armut aufgrund von Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, muss der Eigenanteil zwischen Bedarf und Abdeckung durch die bestehenden Absicherungen grundsätzlich und dauerhaft reduziert werden. Es müssen die bisherigen systembedingten dynamischen Steigerungen der Eigenanteile für stationär versorgte pflegebedürftige Menschen entfallen.
Die aktuelle Reform des Pflegeversicherungsgesetzes bringt hier nur eine und zu geringe kurzfristige Entlastung.

Solidarische Finanzierung der Kosten – Bürgerversicherung
Rothgang (2021) benennt dazu als nachhaltige Lösung die Verbreiterung der Einnahmebasis durch die Einführung einer Bürgerversicherung beziehungsweise einen Finanzausgleich zwischen der sozialen Pflegeversicherung und der privaten Pflegeversicherung. Damit wäre eine absolute Begrenzung des Eigenanteils möglich, ohne den Beitragssatz weiter anzuheben. Es muss Ziel sein, den Eigenanteil als fixen, für alle pflegenden Menschen leistbaren Beitrag zu gewährleisten.

Personal halten und gewinnen!
Ein großes Problem in der Pflege ist der schon seit langer Zeit vorhandene und weiter fortschreitende Mangel an Pflegepersonal. Dieser Mangel ist, verknüpft mit der Finanzierungsgrundlage, ein massives Zukunftsproblem für eine qualitativ hochwertige und auch nachhaltige Pflege.
Diesem Mangel muss auf mindestens drei Ebenen begegnet werden:
1. Die Umsetzung von Personalbemessung muss, wie schon lange gefordert, verbindlich und möglichst rasch erfolgen. Der Personalschlüssel muss damit den Bedürfnissen der zu Pflegenden angepasst sein.
2. Es sind entlastende Arbeitsbedingungen für die in der Pflege arbeitenden Menschen umzusetzen.
3. Eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte muss absehbar erfolgen.

Flexibilisierung des Angebotes
Ambulante und stationäre Pflege sind in einem starren gesetzgeberischen Rahmen gepresst. Innovative Lösungen, die zum Beispiel die ambulante und stationäre Versorgung aus einer Hand zulassen sollten ermöglicht werden. Für die von Pflege betroffenen Menschen und deren Angehörige sind Schnittstellen von Zuständigkeiten oftmals Hinderungsgründe, um die ihnen zustehenden Leistungen zu erhalten. Das muss aufhören.
Überreglementierungen sind abzubauen. Die Beschäftigten in der Pflege sollen den Großteil ihrer Tätigkeit den zu pflegenden Menschen widmen können und nicht bürokratischen Prozessen, die diese Tätigkeiten behindern und vor allem der Legitimation anderer dienen.
Wir appellieren in Sorge und mit Nachdruck an die politisch Verantwortlichen und fordern sie auf, die geforderten Veränderungen im Hinblick auf die Finanzierungsgrundlagen, auf die Verbesserung der Entlohnungs- und Arbeitsbedingungen und die Personalgewinnung sowie die Flexibilisierung umzusetzen.


Nur so kann eine bedarfsgerechte und damit angemessene Versorgung für die älteren Menschen in ihrer letzten Lebensphase sichergestellt werden!
Ansprechpartner zu dieser Empfehlung ist der Vorsitzende Jentsch.

*Teilnehmende des AK: Norbert Jandt, Jürgen Karad, Horst-Dieter Tiemann, Siegfried Paasche und Barbara Eifert. Beratende des AK: Manuela Anacker, VdK; Prof. Dr. Harry Fuchs, Hochschule Düsseldorf; Ulrike Kempchen, BIVA; Prof. Dr. Heinz Rothgang, SOCIUM, Universität Bremen
Quellen:
BIVA-Pflegeschutzbund (02.06.2021):BIVA kritisiert Pflegereform scharf – Entlastungen für Bewohnerinnen und Bewohner reine Schönfärberei. Pressemitteilung.
Fuchs, Harry (2016): Weiterentwicklung der Pflegeversicherung. http://harry-fuchs.de/2016/05/17/weiterentwicklung-der-pflegeversicherung/
Rothgang, Heinz (2021): Stellungnahme zum Gesetzentwurf der Bundesregierung eines Gesetzes zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GPVG) (BT-Drucksache 19/26822) und zu den Änderungsanträgen 1 bis 20 der Fraktionen CDU/CSU und SPD zum Gesetzentwurf der Bundesregierung (Ausschussdrucksache 19(14)320.1) anlässlich der öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Gesundheit des Deutschen Bundestages am 7.6.2021. Ausschussdrucksache 19(14)347(20).
PflegeVG-E [Entwurf eines Gesetzes zur sozialen Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit (Pflege- Versicherungsgesetz – PflegeVG)], Bundestags-Drucksache 12/5617.
Sandes, Katrin (2019): Die Gefahr, durch Pflege arm zu werden. Beitrag im Deutschlandfunk am 21.04.2019. https://www.deutschlandfunk.de/einfuehrung-der-pflegeversicherung-die
Sozialverband VdK (17.09.2021): „Sofortprogramm der nächsten Bundesregierung muss endlich Pflege zu Hause stärken“. https://www.vdk.de/deutschland/pages/83094/vdk- praesidentin_sofortprogramm_der_naechsten_bundesregierung_muss_endlich_pflege_zu_hause_staerken

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Klar ist, die steigenden Kosten durch Energiepreise und die Inflation stellen Pflegeeinrichtun- gen vor große Probleme und in der Folge die Bewohnerinnen und Bewohner. Der WDR hatte zur Lage von Pflegeheimen in Nordrhein-Westfalen am 26. August berichtet. Am Freitag die- ser Woche, am 02. September, wird nun in einer aktuellen Stunde im Landtag dazu beraten. „Wir sind gespannt, was von der Politik an Lösungen aufgezeigt wird und wie schnell die Umsetzung gelingt“ so der Vorsitzende Karl-Josef Büscher und unterstreicht dabei, „wir brau- chen hier schnelle Lösungen, damit es am Ende nicht zu drohenden Schließungen kommt und Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeeinrichtungen die Leittragenden sind, denn vor allem sie müssen wir als Gesellschaft schützen.“
Was die Kosten für pflegebedürftige Menschen in Einrichtungen anbelangt, braucht es über die akut notwendigen Lösungen eine grundsätzliche Neuausrichtung der Pflegeversicherung. Diese Ansicht vertritt die Landesseniorenvertretung und mit ihr die Landesarbeitsgemein- schaft der ehrenamtlichen, politischen Seniorenorganisationen (LAGSO = AG NRW SPD 60plus, BRH Landesverband NRW, DBB NRW, DGB Bezirk NRW, GEW NRW, LAG Alten- politik B90/Grüne, LAG NRW der KAB, Liberale Senioren NRW, Senioren-Union NRW, Ver.di NRW, LSV NRW). Gemeinsam unterstützen sie eine Empfehlung dazu, die von der Landes- seniorenvertretung im vergangenen Jahr unter Einbezug namhafter Expertinnen und Exper- ten erarbeitet wurde.
„In unserer Empfehlung (anbei) weisen wir nicht allein auf das verfehlte Ziel der Pflegeversi- cherung hin, nämlich Menschen vor Armut zu schützen“, sondern, so Büscher weiter „wir nennen wesentliche Maßnahmen zur Verbesserung: Deckelung des Eigenanteils sowie eine solidarische Finanzierung der Kosten durch eine Bürgerversicherung“.
Wir fordern, die Finanzierungsgrundlage zu verbessern, diese auf eine breite Basis zu stellen und dem Personalmangel durch konkrete Verbesserungen entgegenzutreten, darin bestehen wesentliche Aufgaben für die rahmensetzende Politik vor allem auf der Bundesebene. Unser Bundesland sollte dies unterstützen und seinen vorhandenen Einfluss geltend machen.
Übrigens: Zur Empfehlung der Landesseniorenvertretung gibt es bis dato genau eine Rück- meldung von der Bundesebene! Das ist beschämend wenig und zeigt auch an dieser Stelle, Ältere müssen offenbar lauter werden, sonst werden sie vergessen.
Karl-Josef Büscher Vorsitzender der Landesseniorenvertretung NRW e.V.